Eigentümlich anti-sozial? Alternativen zum rechtslibertären Tech-Faschismus
2026-04-12 , Salon
Language: Deutsch

Die Durchsetzung neuer Technologien wird häufig als „Freiheit“ verkauft. Dies ist insbesondere der Fall in Hinblick auf die Entwicklungen der Big-Tech-Unternehmen. Dahingehend lohnt sich ein Blick auf die Ideologie des Rechtslibertarianismus bzw. autoritären Liberalismus. Als Gegenpol dazu wird eine anarchistische Sicht auf den Nutzen von Technologien formuliert.


Die Entwicklungen im Technologie-Sektor, das Privateigentum über dessen Produktionsmittel und die Ideologie der superreichen Tech-Bros führen zu nie dagewesener Ausbeutung, Unterdrückung, Entfremdung und Zerstörung. Durch internetgestützte Technologie werden Menschen ökonomisch, affektiv und emotional abhängig und gefügig gemacht, wobei ihnen diese Selbstunterwerfung als Freiheit verkauft wird.
Das sich der gesamtgesellschaftliche Einfluss der Big-Tech-Unternehmen derart ausweiten konnte verdankt sich in ideologischer Hinsicht einem autoritären Liberalismus. Dieser weist eine Kontinuität vom „klassischen Liberalismus“, über den Neoliberalismus und Rechtslibertarianismus hin zum sogenannten Anarchokapitalismus auf. Insbesondere mit der aggressiven Durchsetzung von KI-gestützten Systemen ist sogar die Ambition einer mentalen Kontrolle als Vorstufe zur transhumanistischen Verschmelzung von Mensch und Maschine verknüpft.
Wie sehen dagegen anarchistische Umgangsweisen mit Technologie aus? Wie kann ein Technologie-skeptischer Ansatz entwickelt werden, ohne in konservative Abwehrreflexe zu verfallen? Inwiefern können unter anderem Autonomie, Selbstbestimmung, Selbstorganisation als Leitprinzipien fungieren, um zumindest eine alternative Zukunft zu skizzieren?
Im Vortrag werden Kernpunkte der Bestrebungen der Tech-Unternehmer zusammengefasst. Dabei ist es wichtig, die Ideologie der Rechtslibertären zu verstehen. Dagegen werden aus der anarchistischen Tradition Ansatzpunkte skizziert,

Jonathan Eibisch ist als Lehrbeauftrager, Referent und Beobachter des Zeitgeschehens tätig. Er ist im Erzgebirge und Chemnitz aufgewachsen, studierte und promovierte in Jena und lebt in Leipzig. Der Mensch hangelt sich durch und versucht deutlich zu machen, das eine Beschäftigung mit anarchistischem Denken sehr gewinnbringen wäre.