2026-04-11 –, Seminar room 1 Language: Deutsch
Geht es um die dramatischen Auswirkungen von Rechenzentren und Big Tech, blicken wir meist in die USA. Doch so weit entfernt passiert das alles nicht. Fabian, Niklas und Indra zeigen, wie sich Energiehunger und Platzbedarf von Rechenzentren auf Städte wie Frankfurt und Berlin auswirken. Und sie decken ein Muster auf, das sich weltweit wiederholt und mit der Operationslogik von Big Tech zu tun hat.
Steigende Strompreise durch den hohen Energieverbrauch, ein enormer Wasserbedarf oder der zunehmende Einsatz fossiler Energiequellen – geht es um die teilweise dramatischen Auswirkungen von Rechenzentren und Big Tech, richtet sich unser Blick meist in die USA. Doch so weit entfernt von uns passiert das alles nicht - auch wir sind mittendrin. Deutschland ist schon jetzt das europäische Land mit den meisten Rechenzentren. Auch hier nimmt vor allem die Zahl großer Rechenzentren zu und dank KI-Hardware steigt ihr Strom- und Wasserbedarf. Geht es nach der EU und der Bundesregierung, soll ihr Ausbau weiter vorangetrieben werden. Insbesondere in und um Großstädte wie Frankfurt am Main und Berlin zeigen sich jedoch die massiven Auswirkungen ihres Energiehungers und Platzbedarfs.
Indra hat die Situation in Frankfurt im Rahmen einer Recherche für AlgorithmWatch untersucht. Fabian und Niklas haben die Rechenzentrumsexpansion in Berlin für eine wissenschaftliche Arbeit analysiert. Sie zeigen, was vor Ort vor sich geht und wie sich der massive Rechenzentrumausbau auf Strompreise, Netze und Flächen auswirkt. Sie decken mit dem Begriff des Infrastrukturextraktivismus ein Muster auf, dass sich in beiden Städten – und weltweit – wiederholt und zeigen den Zusammenhang mit Big Tech.
Niklas ist Stadtforscher und untersucht, wie die digitale Transformation unsere Städte verändert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Infrastrukturen des Internets, wie zB. Rechenzentren, sowie Fragen urbaner Temporalität und der Herstellung von Sicherheit und Unsicherheit. Er promoviert an der Universität Halle-Wittenberg.