Techno-Faschismus - Damals und Heute
12.04.2026 , Salon
Sprache: Deutsch

Der Vortrag setzt an der aktuellen Techno-Faschismus-Debatte an und kontextualisiert diese vor dem Hintergrund der Debatte über den Zusammenhang von Wirtschaft, Technologie und Nationalsozialismus. Fokus ist die Einführung in zentrale Konzepte & Debatten (zB Reaktionärer Modernismus, Primat-Debatte) sowie Hoch-Technologien & Industrien (zB Treibstoff-Synthese/IG Farben, Flugmotoren/BMW).


Seit sich die Tech-Industrie hinter Donald Trump versammelt hat, macht das Schlagwort Techno-Faschismus die Runde. Dabei sind Bezüge zum Bündnis von Nationalsozialismus und Industrie zu Recht eine wichtige Deutungsfolie. Meist ist die Bezugnahme aber eher skandalisierend als analytisch. Die jahrzehntelangen Debatten über das Verhältnis von Wirtschaft, Technologie und Nationalsozialismus werden nur selektiv aufgegriffen. Das ist schade, denn dort ist ein reichhaltiger Vorrat von Konzepten und Erfahrungen versteckt, die lehrreich für den Umgang mit dem heutigen Techno-Faschismus sind.
Der Vortrag versucht diese Potentiale auszugraben. Er setzt am Phänomen Techno-Faschismus an und kontextualisiert dieses vor dem Hintergrund der Debatte über den Zusammenhang von Wirtschaft und NS.

Der Vortrag gibt einen Überblick über verschiedene Arten und Weisen wie das Verhältnis von Bourgeioisie und Nationalsozialismus betrachtet wurde.
Dabei wird in zentrale Konzepte und Denkfiguren eingeführt: Dimitroff-Formel, Bonapartismustheorie und Primat-Debatte. Futurismus, Reaktionärer Modernismus und Fordismus. Dabei wird ein Fokus auf Rolle und Funktion von Hoch-Technologie & Innovation gelegt etwa die Treibstoffsynthese der IG Farben oder Flugzeugmotoren der BMW.

Darauf aufbauend werden Perspektiven des Widerstands beleuchtet - damals und heute.

Fred Heussner ist Politikwissenschaftler, Politischer Bildner und Publizist. Sein aktuelles Schwerpunkt-Thema ist das Verhältnis von Wirtschaft und Faschismus.