Digitale Gewalt ist viel mehr als Hatespeech
12.04.2026 , Seminarraum 3
Sprache: Deutsch

Mit Digitaler Gewalt ist oft Hass im Netz gemeint: Beleidigungen, Verleumdungen, Bedrohung. Aber sie findet nicht nur auf Plattformen statt, sondern in Partnerschaften und Ex-Partnerschaften, unter Kolleg*innen, in Familien oder Nachbarschaften. Digitale Technologien werden für alle denkbaren Formen der Manipulation und Kontrolle benutzt, oft sehr geschlechtsspezifisch.


Gewalt im sozialen Nahraum, auch bekannt als häusliche Gewalt, wird weit überwiegend von Männern ausgeübt, und auch die Nutzung von Technik ist noch immer geschlechtsspezifisch stark unterschiedlich. Wenig überraschend also, dass die Nutzung von Technik zur Überwachung in Partnerschaften und im direkten sozialen Umfeld geschlechtsspezifische sehr verschieden ist.

Worum geht es? Zur technikbasierten Gewalt gehört das Mitlesen von E-Mails, sichtbare und unsichtbare Kameras in öffentlichen und privaten Räumen, AirTags in Spielzeug, Handtaschen, Fahrzeugen oder die remote Kontrolle vernetzter Geräte. Spyware wird nicht nur von autokratischen Regimes eingesetzt, sondern auch zur Überwachung der eigenen Familie; sie wird dann Stalkerware genannt. Schließlich die große Palette der bildbasierten Gewalt, die zuletzt viel Aufmerksamkeit bekamt, weil die „X“-KI Grok Anfang des Jahres aus Fotos innerhalb weniger Tage Millionen von Deep Fakes fabrizierte.

In diesem Talk geht es um Formen und Ausmaß, um die zögerliche Reaktion der Politik und was geschehen müsste, um Betroffenen zu helfen.

Anne Roth ist eine deutsche Expertin für Digital- und Netzpolitik sowie Autorin.