SCC 26

Kein Boss, aber Kaffee kochen? – Fürsorge und Platformismus // No Boss, But Making Coffee? – Care and Platformism
21.08.2026 , 17 - Care miteinander lernen Zelt

Zielgruppe: Alle, die Bock auf Anarchismustheorie und Care-Ethik haben – Vorwissen egal
Fürsorge wird ständig zur Pflicht gemacht oder dem Staat überlassen. Anarchie wiederum tut sich schwer damit, überhaupt verlässliche Strukturen aufzubauen, ohne dabei neue Hierarchien zu produzieren. Beides nervt. In diesem Workshop fragen wir uns : Geht Kümmern auch ohne Zwang, ohne Moralkeule, ohne dass irgendwer drüber bestimmt? Und kann organisierte Anarchie, konkret: Platformismus dabei überhaupt was liefern, oder erzeugt verbindliche Ogranisation automatisch neue kleine Hierachien?
Platformismus setzt auf gemeinsames Programm, klare Verantwortlichkeiten und kollektive Handlungsfähigkeit. Das klingt erstmal sinnvoll, schleppt aber genau die Probleme mit, die Anarchie eigentlich loswerden will: Wer definiert das Programm? Wer kontrolliert, ob sich alle dran halten? Genau hier setzen wir an und fragen, ob und wie Fürsorge in einer solchen Struktur funktionieren kann, ohne zur Pflichtübung oder zum Kontrollinstrument zu verkommen.
Care-Ethik bringt dafür eine andere Denkrichtung mit: Fürsorge als freies Geben, als Beziehung aus Zuneigung, nicht von Tauschlogik oder Verplichtung gepägt. Die Frage, die wir gemeinsam wälzen: Passt diese Art von Fürsorge überhaupt in einen organisierten, verbindlichen Rahmen wie den Platformismus – oder brauchts dafür zwangsläufig lockerere Strukturen?
Was machen wir konkret?

Kurzer Input (15 Min): Platformismus – was er will, wo er klemmt, und wo Fürsorge da überhaupt reinpasst
Gemeinsame Diskussion (25 Min): Wo erleben wir diese Spannung zwischen Verbindlichkeit und Freiheit in unserer eigenen Praxis – in Kollektiven, Bezugis WGs?
Kleingruppenarbeit (35 Min): Wir basteln Beispiele, wie Fürsorge in verbindlichen Strukturen aussehen könnte, ohne in Pflichterfüllung oder Kontrolle umzukippen
Abschlussrunde (15 Min): Was nehmen wir mit?


Beschreibe deinen Beitrag kurz und verständlich (4-6 Sätze, max. 500 Zeichen). Diese Beschreibung wird ausgedruckt auf den Programm Karten auf dem Camp sichtbar sein. Nenne dabei möglichst konkret Thema und Methode, also worum es inhaltlich geht und wie ihr dazu arbeiten werdet. Die Beschreibung wird öffentlich sichtbar sein und gibt Teilnehmenden einen schnellen Überblick.:

Anarchie will keine Chefs, aber wie organisiert man dann Fürsorge, ohne dass sie an denselben Leuten hängen bleibt? Wir werfen einen Blick auf Platformismus , verbindliche Organisation, klare Verantwortlichkeitenund fragen, ob das mit freier, unverzweckter Care-Ethik zusammengeht oder sich gegenseitig auffrisst. Input, offene Diskussion und Kleingruppenarbeit dazu, wie Kümmern in unseren eigenen Strukturen aussehen könnte, ohne zur stillen Pflicht zu werden. Bringt Meinungen mit. // Anarchy doesn’t want bosses, but how do you organize care without it falling on the same people’s shoulders? We’ll take a look at platformism, binding organization, and clear responsibilities, and ask whether these are compatible with a free, non-instrumental ethics of care—or whether they cancel each other out. Expect input, open discussion, and small-group work on what care might look like within our own structures without becoming a silent obligation. Bring your opinions.

In welcher Sprache möchtest du den Beitrag halten?:

Deutsch

An wen richtet sich dein/euer Beitrag (besonders)?: Keine spezifische Ausrichtung

Anarchakommunistische Föderation für den deutschsprachigen Raum – organisiert in sozialen Bewegungen