Kickoff- bzw. evtl. Onboarding-Meeting für einen Arbeitskreis zur Demokratisierung der Landwirtschaft
01.09.2025 , Kornspeicher [SG 50 Zelt 2]

Kickoff-Meeting für die Gründung eines Arbeitskreises "Demokratisierung der Landwirtschaft"

Bei dem Titel "Demokratisierung der Landwirtschaft" handelt es sich um die Abwandlung eines von Jan Groos verwendeten Begriffs "Demokratisierung der Wirtschaft", welcher die die Ablösung der zutiefst undemokratischen kapitalistischen Wirtschaftsweise durch eine demokratische Alternative bezeichnet. Diskutiert werden solche Alternativen aktuell sowohl in der Bewegung wie auch in akademischen Kreisen. Schlagworte sind Vergesellschaftung, Gemeinwohl-Ökonomie, "Commons" und nicht zuletzt demokratische Planwirtschaft. Betrachtet werden dabei nicht mehr nur klassische Produktionsmittel wie etwa Bergwerke und Fabriken, sondern es geht z.B. auch um die Organisation von Care-Arbeit.

Der Arbeitskreis, für dessen Gründung in dieser Veranstaltung geworben werden soll, würde sich die Frage stellen, was die Ablösung des Kapitalismus für den Bereich der Landwirtschaft und verwandter Bereiche konkret bedeuten könnte und worin sich die Demokratisierung der Landwirtschaft von der Demokratisierung anderere ökonomischer Sektoren unterscheiden würde, müsste, könnte.

Der Arbeitskreis sollte sich an der Schnittstelle von Bewegung und Akademie bewegen und auch für akademisch un- oder anders ausgebildete Menschen in jeder Weise zugänglich sein. Wir wollen darauf achten, dass sich Menschen mit landwirtschaftlichem Hintergrund besonders willkommen fühlen. Der AK könnte als eine Art Lesekreis beginnen, jedoch den Anspruch haben, nicht nur akademische Produkte ehrfurchtsvoll zu rezipieren. Stattdessen wollen wir unter Verwendung des Wissens der Teilnehmer*innen kritisch über die Grenzen eines akademischen Diskurses hinauswachsen.

Wichtig ist, dass die Vorstellung einer Landwirtschaft der Zukunft nicht zur Projektionsfläche linker Zivilisationsflucht und Naturromantik verkommt. Dazu ist unbedingt erforderlich, dass Fachwissen zu landwirtschaftlichen Fragen jeder Art vorhanden ist. Weiterhin wichtig ist, dass Landwirtschaft nicht als naturgegebener, für immer festumrissener ökonomischer Sektor missverstanden wird, sondern als etwas, dass historisch entstanden ist und sich in einer postkapitalistischen Welt in etwas ganz anderes verwandeln könnte. Hier geht es um flexible Anschlüsse oder auch Abgrenzungen zu gesellschaftlicher Arbeit in Bereichen wie Umweltschutz, nachwachsende Rohstoffe, Subsistenz verschiedenster Art, Nahrungsmittelproduktion insgesamt. Es sollte nicht ausgeschlossen sein, dass "Landwirtschaft" als historische Formation ganz aufgelöst werden müsste.


Beschreibe deinen Programmbeitrag in 1-3 Sätzen.:

Ein Open-Space-mäßiger Rahmen wäre für mich auch ok.

Das Event findet kurz zuvor auch schon auf dem System Change Camp statt, und der konkrete Ablauf wird davon abhängen, ob sich dort nun schon eine Gruppe gegründet hat, wobei ich da aus Erfahrung mäßig optimistisch bin.

Es wird viel Wert auf einen guten Kennenlern-Prozess gelegt (Erstes Drittel). Wir lesen dann probeweise einen kurzen Text zusammen (zweites Drittel) und schauen dann, ob sich genug Überschneidungen für die Gründung eines AKs bildet und sorgen dafür, dass die betreffenden Personen in Kontakt bleiben (drittes Drittel).

Ich selbst habe an so einem AK ein großes Interesse, sehe mich hier aber eher als Geburtshelferin. Falls also ein AK entsteht, aber meinen Bedürfnissen gar nicht entspricht, sehe ich darin auch einen Erfolg.

Wie viele Personen können an eurem Beitrag teilnehmen?:

beliebig viele

Mit welchem der folgenden Themen befasst sich dein Beitrag (hauptsächlich)?:

Anderes

An wen richtet sich euer Beitrag?:

An alle, die sich für das Thema interessieren

Wird für den Beitrag Vorwissen benötigt?:

Grundlegendes Vorwissen hilfreich, Kein Vorwissen benötigt

Welches Vorwissen wird benötigt/ist hilfreich?:

Es wäre hilfreich, wenn zumindest Einige ein Vorwissen über Landwirtschaft und/oder Einblick in theoretische Ansätze zur Demokratisierung der Wirtschaft mitbringen.

Ich habe in meinem Leben an unterschiedlichen linken Kämpfen teilgenommen, immer mit größeren Pausen dazwischen. Seit 2012 bin ich kontinuierlich Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung und vor allem in Kämpfen gegen Kohle und Tierindustrie engagiert gewesen. Jetzt gerade ist mir theoretische Arbeit wieder wichtig geworden. Ich lebe in einem Dorf im Oderbruch und interessiere mich für Landwirtschaft und Waldgartenbau, in beidem mit rudimentären Praxiserfahrungen.