04.09.2025 –, Kornspeicher [SG 50 Zelt 2]
Die Prinzipien der solidarischen Landwirtschaft - potentielle Tauschlogikfreiheit, Bedürfnisorientierung, Selbstorganisation, ... - werden nun seit einigen Jahren in einer stetig wachsende Anzahl kleiner und (weniger) größerer landwirtschaftlicher Betriebe praktiziert. Es gibt horizontale Vernetzung durch das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft. Und es gibt das gesellschaftliche Interesse andere Bereiche des Lebens und Arbeitens gemeinschaftsgetragen zu organisieren - Bäckereien, Co-Working Spaces, Fahrradläden, ... - Stichwort CSX.
Um den gemeinschaftsgetragenen, solidarischen Prinzipien zu mehr gesellschaftlicher Relevanz zu verhelfen, braucht es mehr Verbindungen auf vertikaler Ebene, in der Produktionskette, in vor- und nachgelagerten Bereichen. Konkret: eine Solawi kann intern durch Beitragsrunden anders mit Geld und der Tauschlogik umgehen, jegliche weiteren Beziehungen nach außen sind aber weiterhin marktförmig organisiert,
Das wollen wir ändern! Daher haben wir die erste Solawi für Solawis (und alle Gemüsebaubetriebe, die gemeinschaftsgetragenes und samenfestes Saatgut verwenden (wollen)) gegründet. Wir produzieren samenfestes Saatgut in Abstimmung mit den Saatgut-Bedarfen unseren Mitglied-Solawis, diese tragen nach ihrem Ermessen und ihren Möglichkeiten zu unseren Produktionskosten bei und am Ende der Saison erhalten sie ihr Saatgut, aus dem dann das Gemüse der kommenden Saison für ihre jeweiligen Ernteteilenden wächst.
Wir wollen in diesem Workshop/Diskussionsrunde mit euch darüber sprechen, wie dieses Netzwerk (aus Saatgutproduzierenden und -abnehmenden) wachsen kann, welche Herausforderungen und Hürden es gibt und warum es teilsam dennoch braucht!
teilsam - solidarischer Samenbau ist die erste Solawi für Solawis.
Wir stellen das entstehende Saatgut-Netzwerk vor, das auf den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft beruht. In dem Vortrag wird es darum gehen, warum es für die gesellschaftliche Emanzipation und eine Alternative zum Kapitalismus mehr produktive Bereiche geben muss, die auf gemeinschaftsgetragenen und solidarischen Prinzipien beruhen und sich nicht nur horizontal (bsp Netzwerk solidarische Landwirtschaft), sondern auch vertikal vernetzen. Also Commons-Lieferketten schaffen.
beliebig
Mit welchem der folgenden Themen befasst sich dein Beitrag (hauptsächlich)?:Bäuerliche Kämpfe
An wen richtet sich euer Beitrag?:offen für alle, besonders interessant für Menschen die Gemüsebau betreiben
Wird für den Beitrag Vorwissen benötigt?:Baut auf Vorwissen auf
Welches Vorwissen wird benötigt/ist hilfreich?:Grundverständnis, wie eine Solawi funktioniert/was dort anders als im sonstigen kapitalistischen Gesellschaftssystem funktioniert ist hilfreich, aber kein Muss.
Ich bin Biogärtnerin, Samenbauerin und Commons-Brillenträgerin.
Nach dem Studium wollte ich meinen Teil zur Verbesserung dieser Welt beitragen und versuchte es in der Entwicklungszusammenarbeit und im Umweltschutz. Mit den klassischen Lohnarbeitsverhältnissen tat ich mich aber schwer. Ich fühlte mich in meinem Bürojob schlicht nicht artgerecht gehalten. Freude bereiteten mir eher die Dinge, die nicht entlohnt werden: die Selbstorganisation in der von mir mitgegründeten SoLawi wuppen und auf dem Acker mit tätig sein, das gemeinsame Leben im Wohnprojekt gestalten, mein Geworden-Sein in dieser Gesellschaft reflektieren.
Mit dem Samenbau habe ich nun seit 6 Jahren das passende Tätigkeitsfeld für mich gefunden. Nach meiner freien Ausbildung zur Biogemüsegärtnerin, mit Schwerpunkt auf Samenbau und -züchtung, möchte ich diese Tätigkeit - Gemüse und Saatgut produzieren - nun möglichst commonsgemäß gestalten. Daher habe ich Anfang 2025 einen eigenen Betrieb gegründet und baue das Saatgut-Solawi-Netzwerk "teilsam" mit auf.